Wettbewerbsfähiges Gehalt: Definition & Bedeutung
Von Wettbewerbsfähigkeit spricht man, wenn sich ein Produkt oder eine Dienstleistung am Markt gegenüber der Konkurrenz durchsetzen kann, beispielsweise durch hohe Qualität, außergewöhnliche Serviceorientierung oder ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Ein wettbewerbsfähiges Gehalt ist demnach eine Vergütung, die sich an den marktüblichen Standards für andere vergleichbare Positionen in der Branche und der Region orientiert und hoch genug ist, um geeignete Bewerber*innen anzuziehen und Mitarbeiter*innen dauerhaft im Unternehmen zu halten. Bei der Festlegung eines marktgerechten Gehalts sollten verschiedene Faktoren berücksichtigt werden:
- Anforderungen: Die Aufgaben und Verantwortlichkeiten aus der Stellenbeschreibung liefern einen guten Anhaltspunkt, um einen angemessenen Betrag zu definieren.
- Berufserfahrung und Fachqualifikationen: Auch die individuellen Fähigkeiten sowie die schulische und berufliche Ausbildung und Erfahrung einer Person sollten in Verdienstfragen eine Rolle spielen.
- Standort: Wird die Arbeit in einer teuren Großstadt, in einem Ballungsraum oder in einer ländlichen Gegend ausgeübt? Wenn die Lebenshaltungskosten hoch sind, müssen auch die Gehälter großzügiger bemessen werden.
- Branche: Wo liegt der Durchschnitt der Gehälter und wie steht es um die wirtschaftliche Lage in einer bestimmten Branche? Bei Banken, Versicherungen und in der IT-Branche stehen die Verdienstchancen in der Regel besser als im Einzelhandel oder in der Gastronomie.
- Unternehmensgröße: Große, international aufgestellte Konzerne haben meist mehr Spielraum bei der Bezahlung ihrer Beschäftigten als kleine Familienbetriebe mit einem begrenzten Personalbudget.
- Zusätzliche Benefits: Welche Zusatzleistungen bietet eine Firma neben dem Gehalt? Auch eine betriebliche Gesundheitsförderung, ein Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel oder umfassende Möglichkeiten zur Weiterbildung sind für viele Mitarbeiter*innen von hohem Wert.
Indem Arbeitgeber die richtigen Fragen stellen und Daten auswerten, können sie in wenigen Schritten ein konkurrenzfähiges Gehalt definieren und schnell von den vielen Vorteilen einer angemessenen Vergütung profitieren.
Vorteile einer wettbewerbsfähigen Bezahlung
Eine wettbewerbsfähige Bezahlung ist aus mehreren Gründen von zentraler Bedeutung für Arbeitgeber:
Höhere Arbeitgeberattraktivität
In Zeiten des Fachkräftemangels müssen sich Arbeitgeber einiges einfallen lassen, um sich bei der Suche nach geeigneten Bewerber*innen von anderen Unternehmen abzuheben. Auch wenn das Gehalt nicht mehr Motivator Nr. 1 ist, spielen finanziellen Aspekte neben den Arbeitsbedingungen eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für ein bestimmtes Unternehmen. Eine angemessene Bezahlung macht Sie nicht automatisch zu einem attraktiven Arbeitgeber, kann aber einen großen Teil zu Ihrem guten Ruf beitragen.
Mehr Motivation und Leistungsbereitschaft
Ein faires Gehalt signalisiert Wertschätzung für die Arbeit Ihrer Angestellten und stärkt die Identifikation mit dem Unternehmen. Zudem eignet sich eine leistungsgerechte Entlohnung, um Ihre Mitarbeiter*innen zu motivieren. Wenn sich Ihre Beschäftigten keine finanziellen Sorgen machen müssen, haben sie den Kopf frei, um sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren. Davon dürfte nicht nur die Produktivität, sondern auch das Betriebsklima und die gesamte Unternehmenskultur profitieren.
Stärkere Mitarbeiterbindung
Indem Sie interessierten Bewerber*innen in Gehaltsverhandlungen ein attraktives finanzielles Angebot machen, können Sie Top-Talente gewinnen, halten und fördern. Darüber hinaus lässt sich durch angemessene Gehälter eine zu hohe Mitarbeiterfluktuation verhindern. Mit der Wechselbereitschaft sinken oft auch die signifikanten Kosten für das Recruiting und Onboarding neuer Mitarbeiter*innen.
Das Festlegen einer wettbewerbsfähigen Bezahlung ist somit ein entscheidender Bestandteil einer effektiven Strategie zur Mitarbeiterbindung und sollte zeitnah umgesetzt werden.
Schritt für Schritt zum wettbewerbsfähigen Gehalt
Um wettbewerbsfähige Gehälter für die verschiedenen Positionen in Ihrem Unternehmen zu definieren, sollten Sie die folgenden Tipps beachten und Schritt für Schritt vorgehen:
1. Führen Sie eine Marktanalyse durch
Arbeitgeber sollten regelmäßig die Einkommensniveaus in ihrer Branche und Region analysieren und herausfinden, was in ähnlich großen Betrieben für vergleichbare Positionen bezahlt wird. Portale für Gehaltsvergleiche im Internet, Studien oder externe Unternehmensberatungen können Sie dabei unterstützen.
2. Bewerten Sie das Anforderungsprofil
Werfen Sie einen Blick auf die Formulierungen in der Stellenanzeige und vergewissern Sie sich, dass die Anforderungen und Aufgaben einer Position klar definiert sind. Gruppieren Sie die verschiedenen Tätigkeiten systematisch nach Kriterien wie Verantwortung, Qualifikation und Erfahrung, um eine angemessene Einordnung im Gehaltsgefüge vornehmen zu können.
3. Berücksichtigen Sie interne Gehaltsstrukturen
Um Gleichbehandlung im Unternehmen sicherzustellen und Einkommensunterschiede nachvollziehbar zu gestalten, sollten Sie die Strategien bei der Gehaltsvergabe regelmäßig auf Transparenz und Fairness überprüfen. Wenn sich jemand ungerecht behandelt fühlt, kann sich das schnell negativ auf das Betriebsklima und die Mitarbeiterzufriedenheit auswirken.
4. Betrachten Sie das komplette Gehaltspaket
Bei der Suche nach einer angemessenen Bezahlung sollten neben dem Grundgehalt auch alle anderen Bestandteile der Vergütung berücksichtigt werden, darunter beispielsweise variable Anteile wie Boni und Provisionen. Auch eine betriebliche Altersvorsorge kann für Mitarbeiter*innen von hohem Wert sein. Darüber hinaus können Corporate Benefits und nicht monetäre Leistungen wie flexible Arbeitszeiten oder Weiterbildungsangebote maßgeblich zur Attraktivität des Gesamtpakets beitragen.
5. Planen Sie Entwicklungsmöglichkeiten ein
Die Höhe des Einkommens sollte nicht nur zu Beginn des Beschäftigungsverhältnisses und in Gehaltsverhandlungen überzeugen, sondern auch Perspektiven für Verdienststeigerungen und berufliche Entwicklung bieten. Eine hohe Flexibilität in Gehaltsfragen und regelmäßige Anpassungen an den Markt können sich positiv auf die Motivation und die langfristige Mitarbeiterbindung auswirken.
6. Beteiligen Sie das Management
Die Festlegung der Gehaltsgrenzen sollte im Gespräch und in enger Abstimmung mit der Personalabteilung, der Geschäftsführung und den jeweiligen Führungskräften erfolgen. Durch eine hohe Mitarbeiterbeteiligung stellen Sie sicher, dass ausgewogene, praxisnahe Entscheidungen getroffen und von möglichst vielen Personen im Betrieb akzeptiert werden.
7. Achten Sie auf Transparenz
Viele Arbeitssuchende wünschen sich Entgelttransparenz schon in der Stellenanzeige. Auch wenn Sie als Arbeitgeber keine exakten Angaben zum erwarteten Verdienst machen möchten, sollten Bewerber*innen und bestehende Teammitglieder zumindest nachvollziehen können, wie sich das Gehalt für eine bestimmte Tätigkeit zusammensetzt und welche Entwicklungsmöglichkeiten bestehen.
Ein wettbewerbsfähiges Gehalt ist ein zentraler Baustein eines starken Employer Brandings und kann Ihren Ruf als attraktiver Arbeitgeber nachhaltig verbessern.