Erfolgsfaktor Anerkennung: Warum Wertschätzung gut fürs Geschäft ist

By Indeed Editorial Team

In der modernen Arbeitswelt spielen Wertschätzung und Dankbarkeit eine entscheidende Rolle für den Geschäftserfolg. Mitarbeitende, die sich honoriert und respektiert fühlen, sind motivierter und setzen sich in der Regel engagiert für die Unternehmensziele ein. Doch wie können Arbeitgeber ihre Anerkennung für die Leistungen ihrer Beschäftigten zum Ausdruck bringen? Finden Sie heraus, mit welchen wertschätzenden Maßnahmen Sie die Zufriedenheit und Bindung Ihrer Belegschaft und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Unternehmens verbessern können.

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Warum ist Wertschätzung wichtig?

Mehr als ein Drittel der 25- bis 34-Jährigen fühlt sich am Arbeitsplatz nicht ausreichend wertgeschätzt. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt eine ZDF-Umfrage in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund. „Es ist sehr schade, dass das noch so ein großes Thema ist, denn Wertschätzung kostet den Arbeitgeber nichts! Es ist zu hoffen, dass der Fachkräftemangel endlich den Druck erzeugt, damit dieses Problem gelöst wird“, appelliert Hannah Schade vom Leibniz-Institut. Denn als Folge der fehlenden Anerkennung steigt die Kündigungsbereitschaft. Über 20 Prozent der vom ZDF befragten Personen tendieren unmittelbar zu einem Jobwechsel, weitere 20 Prozent sind sich unsicher. Dabei hängen Erfolg und Wachstum von Unternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels mehr denn je von der Fähigkeit ab, talentierte Mitarbeitende langfristig zu binden.

Laut einem Bericht des Achievers Workforce Institute wechseln Beschäftigte, die sich am Arbeitsplatz anerkannt und unterstützt fühlen, seltener ihren Arbeitgeber. Mit Wertschätzung lässt sich somit nicht nur Mitarbeiterfluktuation verhindern, sondern auch das Zugehörigkeitsgefühl zum Unternehmen fördern. Darüber hinaus gilt Anerkennung als ein wirkungsvolles Werkzeug zur Mitarbeitermotivation. Generell schneiden Betriebe mit einer ausgeprägten Anerkennungskultur bei fast allen wichtigen Kennzahlen besser ab, wie weitere Untersuchungen des Achievers Workforce Institute bestätigen. Arbeitgeber, die ihren Angestellten voller Wertschätzung begegnen, erzielen sowohl bei der Mitarbeiterbindung als auch beim Engagement und bei der Zufriedenheit bis zu dreimal höhere Werte als Unternehmen ohne Anerkennungsprogramme. Außerdem kann ein wertschätzender Umgang mit der Belegschaft dabei helfen, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Mit dem richtigen Employer Branding verbessern Unternehmen ihre Chancen beim Recruiting neuer Talente und verschaffen sich einen Vorteil im Wettbewerb um begehrte Fachkräfte.

Maßnahmen für mehr Wertschätzung und Anerkennung am Arbeitsplatz

Doch mit welchen konkreten Maßnahmen können Arbeitgeber ihre Anerkennung gegenüber ihren Mitarbeitenden zum Ausdruck bringen und eine wertschätzende Arbeitskultur schaffen?

Etablieren Sie eine Kultur der Dankbarkeit

In der psychologischen Forschung gilt Dankbarkeit zunehmend als schnellster Weg zum Glück. Selbst zur Prävention von Depressionen und Burnout ist sie ein probates Mittel. Dankbare Menschen sind in der Regel zufriedener, resilienter und können mit Stress am Arbeitsplatz besser umgehen. Um mehr Dankbarkeit in den Arbeitsalltag zu integrieren, sollten sowohl die Geschäftsleitung als auch die Führungskräfte mit gutem Beispiel vorangehen. Veränderungen der Unternehmenskultur setzen voraus, dass die Verantwortlichen die neuen Werte vorleben und mit konkreten Inhalten füllen. Als Führungskraft können Sie Ihre Wertschätzung unter anderem zeigen, indem Sie zu Ihren Mitarbeiter*innen Vertrauen aufbauen und weniger Kontrolle ausüben. Übertragen Sie Verantwortung an die einzelnen Teammitglieder und würdigen Sie damit nicht nur ihre Leistung, sondern fördern Sie gleichzeitig die Selbstorganisation im Unternehmen. Auch die Kommunikationskultur bildet eine wichtige Basis für ein wertschätzendes Umfeld und einen respektvollen Umgang am Arbeitsplatz. Achten Sie auf Transparenz, beteiligen Sie Ihre Mitarbeitenden an Entscheidungen und lassen Sie konstruktive Kritik zu.

Loben Sie regelmäßig und öffentlich

Anerkennung ist mehr als ein flüchtiges „Dankeschön“ zwischen Tür und Angel. Schaffen Sie im Arbeitsalltag bewusst Raum für individuelles Lob. Das Achievers Workforce Institute empfiehlt monatlich mindestens eine Anerkennung pro Mitarbeiter*in. Die sozialwissenschaftliche Forschung belegt, dass Wertschätzung unsere produktiven Bemühungen positiv beeinflusst, selbst wenn am Ende weder Geld noch Karrierechancen warten. Die Präsenz von Öffentlichkeit allerdings konnte in wissenschaftlichen Untersuchungen den Status der Anerkennung stärken, was vor allem Top-Performer*innen zu Bestleistungen anspornt. Mit Aktionen wie „Mitarbeiter*in des Monats“ oder Kudos-Programmen ermöglichen Sie Ihren Beschäftigten, die Errungenschaften ihrer Kolleg*innen öffentlich zu würdigen. Für weniger starke Leistungsträger erweisen sich in der Forschung vor allem formelle und informelle Feedbackgespräche als geeignete Instrumente für mehr Anerkennung am Arbeitsplatz.

Unterschätzen Sie die Wirkung finanzieller Anreize nicht

Obwohl das Gehalt nicht mehr der wichtigste Motivator ist, werden monetäre Anreize von den meisten Mitarbeitenden als Zeichen von Wertschätzung wahrgenommen. Als Arbeitgeber können Sie konstant gute Leistungen beispielsweise mit einer Gehaltserhöhung honorieren. Oder Sie gewähren Bonuszahlungen beim Erreichen bestimmter Geschäftsziele. Aber auch andere Sachbezüge und Zusatzleistungen kommen bei Beschäftigten gut an und können sich positiv auf ihre Motivation und Leistungsbereitschaft auswirken. Beispiele für solche geldwerten Vorteile sind unter anderem Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung, Vermögensbeteiligungen oder elektronische Geräte, die auch privat genutzt werden dürfen. Wenn Sie Ihre Anerkennung mit finanziellen Anreizen zum Ausdruck bringen, sollten Sie jedoch bedenken, dass es sich dabei um extrinsische Motivatoren handelt, deren Wirkung unter Umständen hinter intrinsischen Motivatoren zurückbleibt. 

Entwickeln Sie individuelle Ansätze

Jeder Mensch sehnt sich nach Wertschätzung – jedoch in unterschiedlichem Ausmaß. Manche träumen von materiellen Vorteilen, hohen Gehältern und einem generellen Statusgewinn, während sich andere einfach nur mehr Inklusion und Zugehörigkeitsgefühl am Arbeitsplatz wünschen. Ein handgeschriebener Dankesbrief der unmittelbaren Führungskraft kann manchmal motivierender sein als das attraktivste Prämienprogramm. Am besten Sie führen regelmäßige Umfragen zur Mitarbeiterzufriedenheit durch, um herauszufinden, ob Ihre Beschäftigten ausreichend Anerkennung am Arbeitsplatz erfahren und in welchen Bereichen Nachholbedarf besteht. Allein die Tatsache, dass Sie Interesse an den Wünschen und Bedürfnissen Ihrer Belegschaft zeigen, wird oft als Ausdruck von Wertschätzung empfunden. Hier ein paar Vorschläge für nicht-monetäre Maßnahmen, mit denen Sie die Leistung Ihrer Mitarbeitenden honorieren können:

  • Bieten Sie flexible Arbeitszeitmodelle und räumen Sie Ihren Beschäftigten den nötigen Gestaltungsspielraum für eine ausgewogene Work-Life-Balance ein.
  • Ermöglichen Sie Homeoffice und hybrides Arbeiten, um den individuellen Präferenzen aller Teammitglieder gerecht zu werden.
  • Setzen Sie auf umfassende Personalentwicklungskonzepte, die Ihre Mitarbeitenden beim Erreichen persönlicher Karriereziele unterstützen.
  • Engagieren Sie sich für das Wohlbefinden am Arbeitsplatz und zeigen Sie, dass Ihnen die psychische und physische Gesundheit Ihrer Angestellten am Herzen liegt.
  • Organisieren Sie regelmäßig Veranstaltungen und Teambuilding-Events, um Erfolge gemeinsam zu feiern und den Zusammenhalt und das Wir-Gefühl im Unternehmen zu festigen.
  • Achten Sie auf Chancengleichheit am Arbeitsplatz und legen Sie Wert auf eine faire Behandlung aller Beschäftigten.

Je nach Branche und Unternehmenskultur gibt es unzählige Möglichkeiten, wie Arbeitgeber ihre Dankbarkeit gegenüber ihren Mitarbeitenden zum Ausdruck bringen können. Als treibender Motor für Zufriedenheit, Motivation und Produktivität profitieren vom Konzept der Wertschätzung sowohl die einzelnen Beschäftigten als auch das gesamte Unternehmen. Damit ist Anerkennung am Arbeitsplatz nicht nur eine ethische Verpflichtung, sondern eine strategische Investition in den langfristigen Geschäftserfolg.

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